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Tablettengabe bei Katzen ohne Stress

 Hilfe, hol mir mal Pflaster oder doch vielleicht gar nicht so unmöglich wie gedacht? Für viele Hüter ist allein die Vorstellung, den eigenen Katzen irgendwann Tabletten eingeben zu müssen ein blanker Horror. Doch es gibt einfach Momente im Leben, da wird das nötig, egal ob Wurmkur oder Antibiotikum.

Was muss das muss: Katze fixieren - Mäulchen auf - Tablette rein - Hals überstrecken – fertig.  So in der Art ist die am häufigsten verbreitete Erklärung wie es klappt. Ich für mich sehe hier gleich mehrere kritische Punkte:

  1. Es ist Zwang für die Katze
  2. Ist der Mensch zögerlich wird es nicht beim ersten Versuch klappen und die Katze, die sich rausgewunden hat, ist ab dann mehr als Misstrauisch (zu Recht!)
  3. Es besteht das Risiko, dass die Tablette in die Luftröhre statt Speiseröhre gerät.
  4. Spuckt die Katze die Tablette aus, wird es umso schwieriger einen erneuten Versuch zu starten.
  5. Jede zukünftige Gabe ist mit den unangenehmen Erfahrungen verknüpft, was gerade bei einer Medikamentengabe mehrmals täglich und/oder über mehrere Tage hinweg zum immer größeren Problem für alle wird.

 

 

Tablettengabe ohne Stress

Was wenn es ganz leicht geht? Hast du zum Thema „Tablette geben“ einfach mal die Erlaubnis deiner Katze abgefragt? Klingt verrückt, oder? Aber tatsächlich lohnt sich das als allererster Schritt tatsächlich.

Es gibt hin und wieder Tabletten, die offensichtlich für Katzen lecker riechen und die Katzen fressen sie „einfach so“. Also einfach mal anbieten ist immer die erste Möglichkeit.

Riecht doof - nee das fress ich nicht! Ok, das ist natürlich mehr als gut möglich. Aber auch noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Wir können ja ein wenig tricksen.

  1. Geruch maskieren
    Deine Katze hat Lieblingsleckerchen oder ein absolutes Lieblingstrockenfutter? Perfekt! Pack eine Tablette und einige Leckerchen/Futter in eine kleine Dose und lass alles eine Weile bei geschlossenem Deckel da drin. So kann die Tablette den Geruch der Leckerchen oder des Futters annehmen. Und dann gibt es einen köstlichen Snack in folgender Reihenfolge:
  • Leckerchen
  • Leckerchen
  • Leckerchen
  • TABLETTE
  • Leckerchen
  • Leckerchen

 

  1. Gut versteckt ist halb gewonnen
    Eine weitere alternative Möglichkeit ist es, die Tablette in einer Leckerei zu verstecken. Hier geht es um die geschmacklichen Vorlieben deiner Katze.

    Das Versteck kann sein: 

Hier kann auch die Anschaffung eines Tablettenteiler sinnvoll sein. Das macht in manchen Fällen nicht nur die Dosierung einfacher, sondern die Tablettenteile passen besser in die Lieblingskaustange. Ein Versuch mit einem Messer die Tabletten zu zerkleinern ist nicht nur zum Teil gefährlich, sondern zerbröselt oft das Medikament und artet in einen Tabletten-Kampf aus.

  1. Pinzette als Hilfsmittel
    Wenn Tabletten einen sehr starken Eigengeruch haben, ist es nicht empfehlenswert, die Tablette mit den Fingern in ein Versteck einzubringen. Denn unsere Finger nehmen den Geruch an und diesen übertragen wir dann wieder auf das eigentliche Versteck. Die Katze riecht also wortwörtlich den Braten. Da unsere Katzen einen enorm ausgeprägten Geruchssinn haben, ist dieser Faktor beim Thema Medikamente wirklich nicht zu unterschätzen. Ich nutze daher sehr gerne eine Pinzette, um die Tablette heraus zu nehmen und in das „Deckmäntelchen“ einzulegen. Danach kann ich dann mit den Fingern die Oberfläche schließen. 
  1. Leerkapseln (Trojaner) à mit Hühnchengeschmack oder Feligum
    Es gibt Leerkapseln in verschiedenen Größen, die nach Hühnchen schmecken (sollen - ich hab da jetzt keinen Selbstversuch unternommen und vertraue dem Hersteller). In diese Kapseln kann man die eigentlichen Medikamente eingeben (idealerweise wieder mit einer Pinzette) und dann der Katze geben. Feligum ist eine weiche, formbare Masse (ähnlich Knete) auch diese eignet sich, um Tabletten damit zu ummanteln und wird von Katzen oft sehr gut angenommen.

 

 

 

Geschrieben von:
Katrin
zoo.de-Expertin


"Katzen sind so wundervolle, individuelle Persönlichkeiten. In dem Moment, in dem wir uns ganz auf sie einlassen, uns für ihre Bedürfnisse interessieren, hinterfragen, was hinter welchem Verhalten steckt, lernen wir unsere Tiere auf eine so tiefe, so spezielle Art kennen, das bewegt mich zu tiefst und treibt mich stetig an."

 

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