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Schritt für Schritt zur nachhaltigen Hundefütterung

Deine große Liebe und Fürsorge gilt deinem Hund. Aber als Tierfreund, liegt dir sicher nicht nur das Leben deiner Fellnase am Herzen, sondern auch das Leben aller anderen Tiere. Dazu gehören auch Kühe, Hühner und Fische. Wie also kannst du deinen Liebling gesund und artgerecht ernähren und gleichzeitig andere Tiere und die Umwelt schützen? In diesem Artikel erklären wir dir ein paar Hintergründe und geben dir Tipps für eine nachhaltige Hundeernährung.

In diesem Artikel erfährst du mehr über folgende Themen:

  • Der ökologische Pfotenabdruck deines Hundes Gesundheit für ein langes Hundeleben
  • Was gibt es bei Fleisch und Fisch zu beachten?
  • Muss dein Hund jetzt Vegetarier werden?
  • Insekten im nachhaltigen Hundefutter
  • Mit Bio-Produkten zum Green Dog
  • 4 Tipps für eine nachhaltige Hundefütterung
  • Ideen für vegetarische Tage in der Hundefütterung

Lesedauer: 9 Min

 

Der ökologische Pfotenabdruck deines Hundes

Sicher fragst du dich, wie du mit deinem Hund zusammen die Welt ein bisschen besser machen kannst. Ihr geht im Wald und an den Feldern spazieren, ihr seid bei Wind und Wetter draußen und bewegt euch. Ohne die Natur würde das nicht funktionieren. Aber wie kannst du den ökologischen Pfotenabdruck deines Hundes nachhaltiger gestalten? Auto fährt er ja keins und Klamotten hat er auch in der Regel sehr wenige. Aber, wie auch bei dir, kannst du mit der Ernährung sehr viel bewirken.

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Einen Einstieg in die nachhaltige Fütterung von Hunden und Katzen findest du in unserem Blog-Artikel “Was macht ein nachhaltiges Futter für Hunde und Katzen aus?
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Es gibt zwei wesentliche Aspekte, die die Nachhaltigkeit des Hundefutters beeinflussen können: Die Rohstoffe, die im Futter drin sind und die Verpackung inklusive deren Kreislauf.

Es wird dich nicht verwundern, dass genau die gleichen Prinzipien gelten wie beim Menschen: Das Fleisch verursacht den größten Fußabdruck und kann sowohl durch die Wahl des Fleisches als auch deren Haltung und Herkunft reduziert werden. Aber ebenso kann die generelle Reduzierung des Fleisches einen großen Impact haben. Darauf gehen wir nachher beim Thema Gesundheit genauer ein.

Was ist das Problem der Fleischproduktion?

Das Problem der Fleischproduktion ist, zusammengefasst gesagt, dass jedes Gramm Fleisch eine unverhältnismäßig große Menge Land, Wasser und Futter benötigt.

Ineffiziente Fleischproduktion

Für ein Kilogramm Rindfleisch, zum Beispiel, benötigt man ca. 15.000 Liter Wasser, ca. 4-9,5 kg Getreide und ca. 27-49 m² Nutzfläche. Zudem werden ca. 22 kg Treibhausgase freigesetzt. Diese Ineffizienz gipfelt in dem Fazit: ⅓ der Welternte von Soja und Getreide wird somit nur in Exkremente umgewandelt. (Quelle: TH Köln)

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Background Fact
Die Biomasse der Nutztiere des Menschen übersteigt die Masse aller landlebenden wilden Wirbeltiere um das 20 fache!
(Quelle: The Earth‘s Biosphere, V. Smil)
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Um den ökologischen Pfotenabdruck deines Hundes trotz Fleischfütterung zu reduzieren, empfehlen wir daher folgende Fleischsorten:

  • Geflügel
  • Ziege oder regionales(!) Schaf/Lamm
  • Wild

Selbstverständlich sollte auf eine artgerechte und möglichst biologische Haltung geachtet werden. Denn eines der berühmten “Antibiotika-Hühnchen” möchtest du sicher nicht im Fressnapf haben. Auch sollte bei Futter mit der Betitelung “Wild” darauf geachtet werden, dass es auch die einzige Fleischkomponente ist. Man darf nämlich bereits mit einer Fleischsorte werben, wenn nur 4% davon enthalten sind.

Das restliche Fleisch stammt dann meist von Rindern oder Schweinen. Eine recht neue aber sehr gute Alternative zu herkömmlichen Fleisch sind Insekten. Diese genügsamen Tiere fühlen sich in Massentierhaltung erst so richtig wohl und verbrauchen im Vergleich mit dem Rind pro Kilogramm Proteinmasse nur 4.000 Liter Wasser anstatt 15.000 Liter. Da sie es gerne kuschelig mögen, benötigen sie auch nur ein-zehntel der Landfläche im Vergleich zum Rind. Mehr zur Fütterung von Insekten erfährst du später in diesem Artikel.

Das solltest du bei der Hundefutter-Verpackung beachten

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie du deinen Hund fütterst:

  • Fertigfutter
    • Trockenfutter
    • Nassfutter
    • Fertig-BARF
  • Selbstgekochtes und Rohfütterung

Auch hier kann man wieder eine Parallele ziehen zu deinem Essen: je mehr du selber machst und je größer deine Verpackungseinheiten sind, desto weniger Müll fällt an. Klingt erstmal logisch.

Fertigfutter

Doch nicht jeder kann und will jeden Tag für seinen Hund das Essen frisch zu bereiten. Und selbst wenn du einen “Großkampftag” machst und alles für mehrere Tage zubereitest, bleibt die Frage der Lagerung: Rohfutter muss eingefroren werden, also benötigst du extra Platz im Gefrierschrank für deine Fellnase. Nicht jeder hat den Platz. Wer sich besonders viel Mühe machen will, kann natürlich das Selbstgekochte einwecken. Das ist ohne Frage die ökologischste Variante. Aber auch die aufwändigste, die nicht jeder bewältigen kann.

Schauen wir uns also die Verpackungen von Fertigfutter genauer an.

Grundsätzlich gibt es bei Tierfutter vier Grundverpackungstypen in diversen Kombinationen: Karton, Blechdose, Aluschale und Plastikbeutel.

Meist ist Hundetrockenfutter in Karton/Papier oder im Plastikbeutel verpackt. Manche Hersteller haben außen zwar Papier, innen aber noch eine zusätzliche Kunststofffolie zum Aroma- und Feuchtigkeitsschutz. Zur Einsparung von Ressourcen solltest du Verpackungen bevorzugen, die entweder nur aus Karton/Papier sind oder aus Plastik, wobei ersteres natürlich den Vorzug erhalten sollte.

Nassfutter kann selbstverständlich nicht in umweltfreundlichen Kartons verpackt werden. Daher wird es in Plastikbeuteln, aber meistens in Blechdosen abgefüllt. Hier sollte man schauen, dass man die für seinen Hund größtmögliche Dosengröße wählt, um Verpackungsmaterial zu sparen. Für kleine Hunde werden auch Einzelportionen angeboten, die zudem oft in Aluminiumschalen verpackt sind. Diese solltest du der Umwelt zuliebe vermeiden.

Für Nassfutter gibt es leider aus Umweltsicht noch keine zufriedenstellende Verpackungslösung. Auch ist der Transport von Wasser, aus dem das Nassfutter zum größten Teil besteht, ökologisch nicht sinnvoll. Um deinen Hund nachhaltiger zu füttern, könntest du daher die Fütterung von Trockenfutter in Betracht ziehen. Wenn du nicht nur Trockenfutter füttern möchtest, kannst du auch überlegen eine Mischfütterung anzubieten. Dabei ist jede Futterart getrennt zu füttern. Zum Beispiel morgens eine Portion Trockenfutter und abends die Portion Nassfutter. Es sollte sich dann bei beiden Portionen um die Hälfte der empfohlenen Tagesdosis handeln.

Wichtig ist, bei egal welcher Verpackung, dass sie in den Recycling-Kreislauf zurückgeführt wird durch korrekte Mülltrennung. Welche Auswirkungen ein Futter auf die Umwelt hat, wird also neben den verwendeten Rohstoffen auch von Produktion, Transport und Verpackung bestimmt. Eine genauere Betrachtung der einzelnen Aspekte findest du in unserem Nachhaltigkeitscheck.

Zusammenfassend kann man sagen in puncto Hundefutterverpackung: Je weniger Verpackung und somit je weniger Müll, desto besser. Je geringer die Transportwege durch Regionalität, desto besser.

Gesundheit für ein langes Hundeleben

Die Gesundheit deines Hundes ist das Allerwichtigste. Daher gilt es eine gute Balance zu finden zwischen Nachhaltigkeit, Gesundheit und Machbarkeit. Und das Ziel ist selbstverständlich ein gesundes und langes Hundeleben!

Hunde gut zu ernähren erfordert ein bestimmtes Maß an Fachwissen. Zieht ein Welpe bei dir ein, müssen andere Bedürfnisse gedeckt werden als wenn ein erwachsener Hund bei dir einzieht. Und wird dein Hund zum Senior, gilt es ebenfalls auf seinen Stoffwechsel einzugehen. Meist erhältst du vom Züchter oder Tierheim bereits eine Beratung. Es gibt aber auch fachkundige Fütterungsberatung im Internet und manche Tierärzte sind ebenfalls versiert in der Hundefütterung. Sollten Allergien oder Unverträglichkeiten, wie sie zum Beispiel oft bei Dalmatinern auftreten, bestehen, muss das Futter entsprechend angepasst werden.

Dein Hund wird in den verschiedenen Lebensphasen, wie Wachstum, Arbeit, Alter und vielleicht auch Trächtigkeit und Laktation, unterschiedlich gefordert und bewegt. Dementsprechend ist die Fütterung anzupassen. Sowohl von der Häufigkeit, als auch von Menge und Zusammensetzung. Die Fütterungsumstellung sollte immer behutsam über 5-7 Tage durchgeführt werden und allmählich erfolgen, zum Beispiel indem zunächst das neue Futter in das bisherige eingemischt wird.

Hunde sind Schlinger, das bedeutet, dass sie die Nahrung schnell aufnehmen und kaum kauen. Somit beginnt die Verdauung erst im Magen. Daher enthält der Speichel, nicht wie bei uns, bereits Verdauungsenzyme.

Bei gesunden, ausgewachsenen Hunden ab einem Jahr kann man die Fütterung auf einmal am Tag reduzieren. Bei Welpen füttert man bis zum 6. Monat dreimal am Tag und sollte weiterhin mindestens zweimal am Tag füttern, wenn der Hund noch nicht das erste Jahr vollendet hat, es sich um eine säugende Hündin handelt, es sich um eine Rasse handelt, die zu Magendrehungen neigt oder der Hund adipös ist. In den letzten beiden Fällen ist sogar eine Fütterung über mehrere kleine Portionen am Tag ratsam.

Müder Hund

Nach der Fütterung sollte der Hund ruhen können. Der Hund ist kein strikter Faunivore, das bedeutet Tierfresser. Auch der Wolf nimmt seit jeher pflanzliche Nahrung zu sich (Früchte, Gräser, Wurzeln u.a.). Hunde können sich dank ihres Verdauungstrakts und ihrer enzymatischen Ausstattung in gewissen Grenzen an unterschiedliches Futter anpassen. Da sich unsere Haushunde über die Jahrhunderte immer mehr an die menschliche Nahrung angepasst haben, können sie somit auch vegetarisch ernährt werden. Immer unter der Voraussetzung, dass alle metabolischen Bedürfnisse des Hundes gedeckt werden! Ihm jeden Tag eine Möhre und einen Apfel in den Napf zu werfen ist sicher nicht ausreichend. Phosphor, Calcium, Jod, Aminosäuren müssen über verschiedene Bestandteile des Futter im richtigen Verhätnis gedeckt werden.

Katzen benötigen deutlich mehr Eiweiß als Hunde, daher sollte das Hundefutter im Vergleich einen höheren Anteil an Kohlenhydraten und Gemüse haben. Das ist auch der Grund, warum Katzen niemals mit Hundefutter gefüttert werden sollten und umgekehrt Katzenfutter auf Dauer ungesund für Hunde ist.

Hier noch 3 Tipps, was du bei der Hundefütterung immer beachten solltest:

  • Grundsätzlich sollte immer frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen. Bei Fütterung mit Trockenfutter ist der erhöhte Wasserbedarf zu beachten, da dem Futter ja vorab das Wasser entzogen wurde im Gegensatz zur Nassfütterung. (Wie der Name ja schon sagt ;) )
  • Die Temperatur des Futters sollte zwischen Raumtemperatur und 36°C liegen. Keinesfalls solltest du das Futter direkt aus dem Kühlschrank an den Hund geben. Die Temperatur kann man mit dem Finger oder besser noch mit dem Handrücken prüfen. Solltest du etwas heißes Wasser über das Futter geben, warte kurz und prüfe vorab, dass das die Mahlzeit nicht zu heiß ist.
  • Regelmäßige Mischfütterung: Wenn du zum Beispiel Nass- mit Trockenfutter kombinieren möchtest oder Selbstgekochtes und Fertigfutter, dann ist eine Regelmäßigkeit zu empfehlen. Also zum Beispiel morgens Nassfutter und abends Trockenfutter. Bei tageweisem Wechsel (z.B. zwei Tage Nassfutter, ein Tag Trockenfutter), kann es sein, dass der Magen-Darm-Trakt und die Darmflora sich durch die ständig neuen Verdauungserfordernisse zu oft umstellen müssen und es zu Problemen wie Durchfall und Blähungen kommen kann. Jeder Hund reagiert unterschiedlich sensibel darauf, daher beobachte deine Fellnase und passe entsprechend den Rhythmus an.

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Background Fact
Die normale Körpertemperatur eines gesunden Hundes liegt zwischen 38,0-39,0°C. Das bedeutet, dass die ideal Fütterungstemperatur 2-18°C darunter liegt.
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Was gibt es bei Fleisch und Fisch zu beachten?

Wie schon am Anfang erwähnt, benötigt die Fleischproduktion viel Energie und Land. Es ergeben sich hohe Umwandlungs- und Energieverluste, denn ein großer Teil der Ackerbauprodukte wird nicht für den Endverbraucher, sondern für die Fleischproduktion verwendet.

Frau mit Kuh

Die konventionelle Tierhaltung belastet nicht nur die Umwelt, sondern ist auch für die Tiere selber nicht tragbar. In ihrem meist kurzem Leben erhalten sie zum Teil sehr fragwürdiges Futter. Aber selbst danach nimmt die Umweltbelastung kein Ende, denn die Tiere, im Idealfall nicht mehr lebend, werden viele Kilometer transportiert, bis sie in der Verpackung und schließlich im Napf landen. Hundefutter, welches auf regionale Zutaten achtet, solltest du daher bevorzugen.

Auch Fisch schneidet da nicht besser ab. Ein großer Teil der Fischbestände in den Weltmeeren ist bereits stark überfischt oder bis an die Grenzen genutzt. Die Herkunft und Fangweise ist unklar und oft zwielichtig. Die Fütterung von Meeresfischen solltest du daher vermeiden.

Fisch aus Aquakultur steht im Ruf einen hohen Antibiotikaverbrauch zu haben. Da die Aquakulturen meist in Gehegen direkt im Meer gehalten werden, trägt zudem die extreme Ballung der Exkremente zu einer massiven Verschmutzung dieser Gebiete bei. Eine Fütterung mit Meeresfisch ist daher aus Umweltschutzgründen nicht ratsam.

Muss dein Hund jetzt Vegetarier werden?

Eins vorneweg: “Müssen” tust du gar nichts. Es sollte in erster Linie für deinen Hund und für dich unter gesundheitlichen und realisierbaren Aspekten passen. Wenn du dann an der ein oder anderen Stellschraube deine Nachhaltigkeit noch verbessern kannst, ist schon viel erreicht. Allein dadurch, dass du dich mit diesem Thema beschäftigst und dein Bewusstsein dafür schärfst, wirst du sukzessive in einem für dich passenden Maße deine Hundefütterung nachhaltiger gestalten.

Wie du nun schon mehrfach in diesem Artikel gelesen hast, ist die größte Möglichkeit zur Verminderung des ökologischen Pfotenabdrucks die Reduzierung des Fleischanteils und des Verpackungsmaterials.

Eine rein vegetarische Ernährung wird oft kontrovers diskutiert und schnell werden Argumente des Tierschutzes und der artgerechten Haltung aufgerufen. Heutzutage sind die vegetarischen Hundefuttersorten aber so ausgereift, dass man keine Angst mehr vor Mangelernährung haben muss und die Veggie-Kroketten werden gerne von den Hunden gefressen.

Der Haushund hat, natürlich weniger ausgeprägt als beim Menschen, in seiner Physiologie, seiner enzymatischen Ausstattung und auch in seinem Verhalten viele Elemente eines Allesfressers (das wird wahrscheinlich jeder Labrador-Besitzer bestätigen können ;). Bei einem Carnivoren macht zwar der fleischliche Anteil den Großteil der Ernährung aus, aber er wird mit pflanzlicher Nahrung ergänzt. Durch die Gemeinschaft mit dem Menschen, wurde der Hund immer stärker zum Omnivoren, da er schließlich viele Jahrhunderte nur mit den Essensresten gefüttert wurde. Es ist daher relativ einfach, den pflanzlichen Anteil in der Kost des Hundes zu erhöhen. (Quelle: Meyer u. Zentek)

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Begriffserklärungen

Herbivoren = Lebewesen, die vorwiegend pflanzliche Kost bevorzugen.

Omnivoren = Allesfresser, die sich sowohl von Fleisch als auch von pflanzlicher Kost ernähren und ein weitgehend unspezialisiertes Nahrungsspektrum aufweisen.

Carnivoren = Fleischfresser (Karnivoren) sollten nicht mit der Säugetier-Ordnung Raubtiere (Carnivora) verwechselt werden. Carnivora sind nicht zwangsläufig Karnivoren, und Karnivoren gehören nicht zwangsläufig der Ordnung Carnivora an. Es gibt in vielen Entwicklungslinien Fleischfresser, sowohl bei Tieren als auch bei Pflanzen. Zudem gibt es Vertreter der Raubtiere, die sich, wie viele Bären, überwiegend von pflanzlicher Nahrung ernähren und somit zu den Allesfressern gehören. Aber selbst bei den Karnivoren gibt es Vertreter, die nur 30% ihres Futters mit Wirbeltierfleisch abdecken.

Faunivoren= Faunivoren bedeutet Tierfresser. Das erklärt deutlicher, wie der Wolf seine Beute verspeist hat: und zwar mit Haut und Haaren, bzw mit Fell und Magen und dem Panseninhalt der Beutetiere. Dadurch werden pflanzliche Stoffe, aus dem Körperfett essentielle Fettsäuren und aus den Organen zahlreiche Vitamine aufgenommen. Somit bestand die Nahrung der wildlebenden Vorfahren schon seit jeher nur zu einem Teil aus reinem Fleisch.
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Bei einer reinen vegetarischen oder sogar veganen Fütterung gibt es typische Fehler, die zu Mangelerscheinungen führen können. Diese wären zum Beispiel:

  • zu geringe Eiweißversorgung (häufig zu niedrige Versorgung mit schwefelhältigen Aminosäuren)
  • Kalzium und/oder Phosphorbedarf nicht gedeckt
  • Natriumzufuhr nicht ausreichend
  • unausgewogenes Kalzium-Phosphor-Verhältnis
  • Unterversorgung mit Eisen, Kupfer, Zink und Jod
  • Mangelversorgung mit Vitamin D, B5 und B12

(Quelle: Dillitzer)

Daher empfehlen wir dir, wenn du eine vegetarische Fütterung einführen oder ergänzen möchtest, entweder ein vollwertiges vegetarisches Fertigfutter auszuwählen, ein vegetarisches Fertigfutter durch Mischfütterung mit Selbstgemachten zu kombinieren (nicht in einer Mahlzeit!) oder dir von einem Ernährungsberater für Hunde einen individuellen Futterplan erstellen zu lassen.

Insekten als gesunde Alternative im Hundefutter

In unserer westlichen Kultur sind Insekten auf dem Speiseplan immer noch eine Kuriosität, oder besser gesagt eine Spezialität. Hattest du schon einmal die Gelegenheit eine Heuschrecke oder Mehlwürmer auf Baguette zu probieren? Wenn man die erste Scheu überwunden hat, schmeckt der Protein-Happen vor allem nussig und knusprig. Diese kulturelle Scheu haben Hunde aber nicht und außerdem sind im verarbeiteten Hundefutter keine Insekten mehr zu erkennen, da sie vorab gemahlen werden.

Insekten sind eine gesunde und nachhaltige neue Proteinquelle für unsere Hunde. Sie stehen herkömmlichen Fleisch ernährungsphysiologisch in nichts nach und schonen zudem unsere Umwelt. Sie liefern neben hochwertigen Proteinen auch wertvolle Fettsäuren und Mineralstoffe. Das Insektenprotein ist reich an Kupfer, Eisen, B-Vitaminen, Mangan, Phosphor, Selen und Zink.

Der Hund spaltet bei seiner Verdauung seine Proteinquelle in Aminosäuren auf. Er kann diese nicht selbständig produzieren und muss sie daher über das Futter aufnehmen. Da das Insektenprotein ein vollwertiges Aminosäurenprofil hat, erhält der Hund folglich alle Bausteine, die er für ein gesundes Hundeleben benötigt. Zudem weichen die Eiweißanteile bei Insekten nur minimal vom Rinderprotein ab, so dass die Muskeln deines Hundes optimal versorgt werden.

Durch ihre hohe biologische Wertigkeit, kann das Insektenprotein leicht und effizient gespalten werden. Dadurch kann es gut vom Darm aufgenommen werden und später in der Leber weiterverarbeitet werden. Für gesundes, glänzendes Fell sorgen die kleinen Alleskönner durch ihren Gehalt an Biotin und Magnesium. Auch ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3- und Omega-6 und die essenzielle Fettsäure Linolsäure liefern die Insekten im Hundefutter.

Ob als Nass- oder als Trockenfutter, Insekten-Hundefutter steht hinsichtlich Form, Farbe, Konsistenz oder Geschmack einem herkömmlichen Futter in nichts nach und wird meist problemlos von den Fellnase akzeptiert.

Insekten sind nachhaltiger als Fleisch, weil…

… ihre Aufzucht kommt ohne den Einsatz von Antibiotikum aus.

… die Aufzucht von Insekten weniger Treibhausgase freisetzt

… sie deutlich weniger Ausscheidungen produzieren und damit die Boden weniger verschmutzen

… sie weniger Wasser benötigen

… sie viel weniger Platz benötigen für die Aufzucht

… sie viel genügsamer beim Futter sind als konventionelle Nutztiere

Mit Bio-Produkten zum Green Dog

Es ist dir sicher schon völlig klar, dass Bio-Produkte in Bezug auf den Tier- und Umweltschutz zahlreiche Vorzüge gegenüber konventionellen Erzeugnissen aufweisen.

Bio-Erzeuger müssen unterschiedliche Ansätze verfolgen, um die Bodenfruchtbarkeit und die Gesundheit von Tieren und Pflanzen zu erhalten.

Dazu zählen:

  • Fruchtfolge
  • Anbau von stickstoffbindenden Pflanzen und anderen Gründüngungspflanzen zur Wiederherstellung der Bodenfruchtbarkeit
  • Verbot mineralischer Stickstoffdünger
  • Nutzung resistenter Sorten und Rassen und Anwendung von Techniken zur natürlichen Schädlingsbekämpfung, um Unkräuter und Schädlinge einzudämmen
  • Stärkung der natürlichen Abwehrkräfte von Tieren
  • geringere Besatzdichte, um die Tiere gesund zu halten.

(Quelle: Europäische Kommission)

Entsprechende Produkte mit zertifizierten Labeln können dir somit einen gewissen Standard garantieren. Dabei sind Verbandszertifizerierungen wie Demeter und Naturland von ihren Anforderungen nochmal deutlich anspruchsvoller als das EU-Bio Label.

Nur wirklich zertifizierte Produkte dürfen auch in ihrer Deklaration Bezeichnungen verwenden wie „aus biologischer (ökologischer) Landwirtschaft“. Lass dich nicht vorschnell von Begriffen beeinflussen wie “natürlich” oder “frisch”, die auf der Verpackung stehen. Wirklich “frisch” ist im Fertigfutter nichts mehr und “natürlich” ist ein sehr dehnbarer Begriff.

Wenn du Fragen zu einem Futter hast oder zur Hundeernährung, dann kannst du dich sehr gerne an unser Experten-Team wenden. Schreibe uns eine Mail und wir helfen dir gerne weiter!

Weiterführende Infos zum Thema Bio Hunde- und Katzenfutter findest du in diesem Artikel.

Fazit: Da der Tierschutz nicht beim eigenen Tier aufhört, ist Hundefutter mit biologischen sowie regionalen Komponenten und Fleisch aus artgerechter Haltung klar der Sieger.

4 Tipps für eine nachhaltige Hundefütterung

  • Reduziere den Fleischanteil, steige auf Insekten um, und/oder führe mehrere vegetarische Tage ein.
  • Achte auf eine möglichst nachhaltige Verpackungsart und verwende größere Gebinde.
  • Prüfe die Herkunft des Fleisches und der Rohstoffe. Wähle Fleischsorten, die einen möglichst geringen Carbon-Footprint haben.
  • Verwende p­flanzliche Zutaten aus der Region und füttere saisonal.

Ideen für vegetarische Tage in der Hundefütterung

Möchtest du für den Anfang erstmal mit ein oder zwei vegetarischen Tagen in der Woche beginnen? Dann haben wir hier ein kleines Rezept zum selber machen.

Beachte, dass du eine Futterumstellung immer langsam einführst. Zudem ist es ratsam nicht zwei verschieden verarbeitete Futtermittel in einer Futterschüssel zu mischen. Zum Beispiel Nass- und Trockenfutter. Dies kann bei manchen Hunden zu Verdauungsproblemen führen. Dem vegetarischen Rezept liegt folgende Zusammenstellung zu Grunde: ca. 50% tierische Proteinquelle, ca. 30% Gemüse, ca. 20% Kohlenhydrate.

Regionale Lebensmittel

Diese Grundrezeptur ist nur für ein bis zwei vegetarische Tage in der Woche geeignet. Möchtest du deinen Hund vollständig vegetarisch ernähren, dann musst du, wie schon erwähnt, auf weitere Aminosäuren, Spurenelementen und Vitaminen achten. Als tierische Proteinquelle eignet sich Buttermilch oder Hüttenkäse. Bei Gemüse kannst du mal in unseren Saisonkalender schauen. Möhren, Zucchini sind meist auch sehr gut in Bioqualität zu erhalten. Fenchel ist ein toller Helfer für eine gute Verdauung. Bei Kohlenhydraten kannst du auf Haferflocken, gekochten Reis oder Kartoffeln zurückgreifen.

Um deine individuelle Mengen zu berechnen solltest du 2,5% des Körpergewichts deines Hundes als Gesamtmenge erreichen. Beispiel: Dein Hund bringt 10kg auf die Waage. Dann sollte deine Veggie-Portion pro Tag ca. 250g sein. (Reis im gekochten Zustand)

Und wenn du lieber auf fertiges Futter zurückgreifst, es mal schnell gehen muss, oder auch für unterwegs eignen sich folgende vegetarische Hundefutter für deinen Veggie-Tag

Yve Brueggemann 

Geschrieben von:
Yve
zoo.de-Expertin

"Nicht nur meine Hunde und meine Katzen verdienen ein artgerechtes und gesundes Leben, sondern auch die Tiere, die für ihre Fütterung benötigt werden. Umweltschutz und Tierwohl sind mir bei einer verantwortungsvollen Tierhaltung sehr wichtig."

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